Weltladen für faires Handeln e.V. unterstützt Zuckerrohrbauern auf den Philippinen
Weltladen für faires Handeln e.V. unterstützt Zuckerrohrbauern auf den Philippinen
Ein Jahr nach dem Taifun „Haiyan“ auf den Philippinen
Weltladen Aschaffenburg engagiert sich für Taifunopfer
Mit einer Spende von 1.000 EUR beteiligt sich der Weltladen Aschaffenburg am Aufbau einer Zuckerrohrmühle für die Opfer der Naturkatastrophe vom 7.11.2013 auf den Philippinen. Bis zu 500 Kleinbauernfamilien auf der Insel Panay, die durch den Taifun Haiyan vor einem Jahr Alles verloren haben, soll eine dauerhafte Lebensgrundlage durch regelmäßige, erhöhte Einkommen aus dem Fairen Handel mit „Mascobado“-Vollrohrzucker ermöglicht werden.
In der Region Capiz im Norden der philippinischen Insel Panay wurden am 7. November 2013 innerhalb weniger Stunden 80% der Gebäude zerstört, Felder verwüstet und Straßen weggespült. Die lokale Fairhandelsorganisation „Panay Fair Trade Center“ (PFTC) organisierte und leistete in den darauf folgenden Wochen und Monaten beeindruckende Soforthilfe, die tausende Menschen vor noch Schlimmerem bewahrt hat. Finanziert wurden die zahlreichen Hilfseinsätze vor allem durch Spenden von Weltläden und deren Kunden. Auch der Weltladen Aschaffenburg und seine ehrenamtlichen MitarbeiterInnen leisteten damals spontan finanzielle Hilfe.
Einer der wichtigsten Akteure, damals wie heute, ist die „dwp eG Fairhandelsgenossenschaft“ mit Sitz in Ravensburg, die langjährige Direktkontakte zu Kleinbauerngenossenschaften auf Panay unterhält.
Schnell wurde den Verantwortlichen bereits 2013 klar, dass neben der kurzfristigen Hilfe ein weitergehendes Engagement notwendig ist, um den verarmten Menschen auf Panay aus ihrer misslichen Lage helfen zu können. In zahlreichen Versammlungen mit den Kleinproduzenten von Zuckerrohr wurde die Idee einer eigenen Verarbeitungsanlage für Rohrzucker immer weiter vorangetrieben. Nur so könnten die betroffenen Produzenten in der Region an der Wertschöpfung ihres Zuckerrohrs – das sie bislang zu Niedrigstpreisen an kommerzielle Aufkäufer abliefern –teilhaben.
Als Konsequenz aus diesen Gesprächen mit den Kleinbauern vor Ort wurde im August 2014 von dwp und PFTC das Projekt „100 x 1000“ ins Leben gerufen, an dem sich auch der Weltladen Aschaffenburg beteiligt. Ziel ist es, bis Jahresende 100 Weltläden zu finden, die jeweils 1.000,- EUR in den Aufbau dieser geplanten, neuen Zuckerrohrmühle investieren.
Ein Grundstück wurde bereits erworben, die Bestellung der ersten Verarbeitungsmaschinen in Auftrag gegeben und die Bauarbeiten für die Verarbeitungshalle sollen noch 2014 beginnen.
„Durch den Verkauf verschiedener Produkte, die mit dem Mascobado-Vollrohrzucker von Panay produziert werden, haben wir seit Jahren eine Beziehung zu den Menschen dort“ sagt Berit Schurse, Info-Referentin im Weltladen Aschaffenburg. „Wir haben die betroffenen Menschen ein Jahr nach der Katastrophe nicht vergessen und investieren gezielt in eine dauerhafte Verbesserung ihrer Lebensverhältnisse auf der Insel Panay!“
Ein Jahr nach der Katastrophe zieht die dwp eG eine optimistische Zwischenbilanz. „Mit dem Weltladen Aschaffenburg haben wir bereits 72 Unterstützer gefunden und wir gehen davon aus, dass sich bis Weihnachten die benötigten 100 Förderer aus Weltläden für das Zuckermühlenprojekt engagieren werden“, so ein Sprecher der Fairhandelsgenossenschaft.
Der erste Zucker aus der neuen Zuckerrohrmühle auf Panay wird voraussichtlich im Sommer 2015 im Weltladen Aschaffenburg zum Kauf angeboten. Seinen Kunden bietet der Weltladen schon heute Produkte wie Bananenchips und Ingwerwürfel von Kleinbauern der Organisation Panay Fair Trade Center an.
Internationales Familienfest und Fußballturnier mit „Aschaffenburg spielt fair!“-Bällen
Internationales Familienfest und Fußballturnier mit "Aschaffenburg spielt fair!"-Bällen
Sonntag, 29. Mai 2016, 12.00 – 18.00 Uhr:
Internationales Familienfest und Fußballturnier
auf dem Gelände des FC Südring, Obernauer Str.
Ausgetragen wird das Turnier mit unseren neuen, fair gehandelten Bällen „Aschaffenburg spielt fair!“ – Bälle, für die die NäherInnen einen angemessenen Lohn erhalten, und die ohne ausbeuterische Kinderarbeit produziert wurden.
Organisiert von Real Kickloch e.V. Aschaffenburg und dem Stadtjugendring Aschafffenburg

EU-Lieferkettengesetz: Weltladen Aschaffenburg fordert Bekenntnis zu Menschenrechten und Umweltschutz!
EU-Lieferkettengesetz: Weltladen Aschaffenburg fordert Bekenntnis zu Menschenrechten und Umweltschutz!
Nach zweijährigen Verhandlungen wurde Ende 2023 auf europäischer Ebene endlich ein Kompromiss gefunden, wie Menschenrechte und Umweltstandards entlang globaler Lieferketten geschützt werden können. Wenn dieses Vorhaben auch an entscheidenden Stellen vor allem auf Drängen von Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) abgeschwächt wurde, wäre es dennoch ein Meilenstein für Menschenrechte und Umwelt gewesen, ohne Unternehmen zu überfordern. Auch die liberale Fraktion im Europaparlament feierte die Einigung als großen Erfolg.
Umso mehr entsetzt uns nun die Kehrtwende der FDP. Denn am in der Bundesregierung federführenden Arbeitsministerium vorbei und gegen alle Gepflogenheiten verstoßend haben sich die FDP-Bundesminister Buschmann und Lindner Anfang Februar 2024 an andere EU-Mitglieder gewandt und für eine Ablehnung des bereits gefundenen Kompromisses geworben.
Gemeinsam mit Eine Welt- und Umweltgruppen im Eine Welt Netzwerk Bayern e.V. erwarten wir von der Bundesregierung ein klares Bekenntnis zum Schutz von Menschenrechten und Umweltstandards entlang der globalen Lieferkette. Inzwischen haben sich auch viele deutsche Unternehmen für ein solches „EU-Lieferkettengesetz“ ausgesprochen, da sie u.a. eine Gleichbehandlung aller Unternehmen auf europäischer Ebene einfordern.
Dazu Dr. Alexander Fonari, Vorstand im Eine Welt Netzwerk Bayern e.V.: „Menschenrechte sind nicht verhandelbar. Menschenrechte sind auch nicht abhängig von einer Wirtschaftskonjunktur.“
Bei einem Treffen des Dachverbandes in München unterstützte Svenja Schulze, Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, die Forderung nach einem starken EU-weiten Lieferkettengesetz. „Wir dürfen nicht länger die schwarzen Schafe der Wirtschaft unterstützen – vielmehr sollten Deutschland und die EU Vorreiter sein bei der Forderung nach Einhaltung der Menschenrechte entlang der gesamten Lieferkette!“
Berit Schurse, Info-Referentin des Weltladens ergänzt: „Ein Scheitern des EU-Lieferkettengesetzes wäre ein harter Schlag für die Menschen in den Ländern des Südens, die oftmals unter menschunwürdigen Bedingungen die Produkte herstellen, die wir konsumieren. Die Profit-Maximierung Europäischer Unternehmen auf Kosten dieser Menschen und ihrer Umwelt muss aufhören. Dass es auch anders geht, zeigen Produzent:innen und Importorganisationen im Fairen Handel der Weltläden seit vielen Jahren.“

Bundesministerin Svenja Schulze und Inforeferentin Berit Schurse im Gespräch bei einer Veranstaltung des Eine Welt Netzwerk Bayern e.V. am 16. Februar in München.

