Handgeflochtene Körbe
Handgeflochtene Körbe

Einzigartiges Engagement für den Fairen Handel
Das Fotografenpaar Jutta Ulmer und Michael Wolfsteiner bereist seit vielen Jahren die Welt, um die Geschichten hinter den Produkten des Fairen Handels zu dokumentieren. Für diese Reportage waren die beiden Fotojournalisten in Kenia, Tansania und Uganda bei Kleinbauernfamilien, Kunsthandwerkern und deren Familien zu Gast. Durch diesen intensiven Austausch und ihre sensible Arbeitsweise schufen sie tiefe Vertrauensverhältnisse. Das Ergebnis sind authentische, bewegende Porträts von Menschen, die durch den Fairen Handel eine selbstbestimmte Perspektive für ihre Zukunft aufbauen.
Die Multivisionsshow: Ein Fest für die Sinne
Die Zuschauer erwartet keine klassische Diashow, sondern ein technisch und künstlerisch anspruchsvolles Gesamtkunstwerk. Das Besondere an der Multivisionsshow von lobOlmo ist die Symbiose aus Fotografie und Musik, begleitet von der persönlichen und feinsinnigen Moderation von Ulmer und Wolfsteiner.
Ostafrika im Spannungsfeld der Moderne
Inhaltlich schlägt die Show eine Brücke zwischen drei scheinbaren Gegensätzen. Sie zeigt die atemberaubende Tierwelt (Wildlife) in den Nationalparks und beleuchtet gleichzeitig den harten Alltag der Menschen im Fairen Handel. Ein besonderer Fokus liegt auf der rasanten Digitalisierung der Region: Vom mobilen Bezahlsystem auf dem Dorfmarkt bis hin zu Hightech-Lösungen in den Metropolen zeigt die Reportage ein modernes, dynamisches Afrika, das viele Klischees bricht.
Ort: Martinushaus, Treibgasse 26, Aschaffenburg
Eintritt: 5,- €
Die Nachfrage der Verbraucher nach sozial und ökologisch korrekt produzierten Lebensmitteln wächst, und mit ihr die Flut der Siegel und Zeichen im Lebensmittel-Einzelhandel.
Hinter welchen Zeichen steckt wirklich „Fairer Handel“?
Und warum ist es besser, fair gehandelte Produkte im Weltladen zu kaufen?
Die zwei Wege des Fairen Handels
Gemeinsames Bestreben aller Fair-Handels-Akteure ist es, die Bedingungen für die Produzenten in den Ländern des Südens zu verbessern. Dabei fühlen sie sich den 10 Grundsätzen des Fairen Handels verpflichtet.
In der anschließenden Lieferkette gibt es jedoch zwei verschiedene Wege der Vermarktung:
Weg 1:
Der Vertrieb über die 100%-Fair-Händler (100% fair arbeitende Importorganisationen; Weiterverarbeitungsvertriebe, die sich dem Fairtrade-Gedanken verpflichtet fühlen; Weltläden)
Weg 2:
Die reine Produktzertifizierung: lediglich einzelne Produkte oder deren Bestandteile stammen aus Fairem Handel. Das Siegel ist grundsätzlich für alle Unternehmen offen, unabhängig von ihrer eigenen Handelspolitik
Manchmal lassen sich die beiden Wege nicht ganz scharf von einander trennen. So gibt es auch Produkte mit dem Fairtrade-Siegel und von nicht 100% fair Händlern im Weltladen (z.B. Zotter-Schokolade). Auf der anderen Seite werden Produkte von 100% fair Händlern teils auch in Supermärkten oder Bioläden angeboten (z.B. von der gepa oder dwp)
90% aller Lebensmittel in Deutschland werden in nur 5 Supermarktketten verkauft.
Ein enormes Marktpotenzial, auch für die Produzenten des Fairen Handels. Um diesen bessere Absatzmöglichkeiten auch außerhalb der Weltläden zu ermöglichen, wurden fair gehandelte Produkte (mehrheitlich mit dem Fairtrade-Siegel) Anfang der 90er auch im konventionellen Handel eingeführt.
Mittlerweile findet man Produkte mit dem Fairtrade Siegel auf vielen Produkten in den Supermärkten. Einige Supermarktketten und Discounter haben sogar eigene fairtrade-gesiegelte Produktreihen entwickelt (z.B. fairglobe von Lidl, ONE WORLD von Aldi Süd.)
Das Fairtrade-Siegel ist ein reines Produktsiegel. Es bezieht sich lediglich auf die Rohstoffe eines gesiegelten Produktes und sagt nichts über dessen Herstellungsweise oder die Unternehmenspolitik des Händlers aus.
Die wichtigsten Fakten:
Supermarktketten und Discounter bieten nur einige wenige fair gehandelte Produkte in ihrem Sortiment an, ihre generelle Einkaufspolitik hat mit dem Fairen Handel nichts gemeinsam. Durch ihre Nachfragemacht können sie gegenüber den Produzenten Preise und Bedingungen diktieren. Oft wird versucht, sich durch unfaire Handelsbedingungen Vorteile zu verschaffen.
(siehe hierzu auch die Kampagne der Supermarkt-Initiative www.supermarktmacht.de)
Gleiches gilt für fair gehandelte Produkte der ansonsten wenig fair operierenden multinationalen Konzerne wie Nestlé, Chiquita oder Starbucks. Obwohl der Fairtrade-Anteil an ihrer Produktpalette gering ist, nehmen die gesiegelten Produkte in der Außendarstellung oft einen hohen Stellenwert ein. Dies legt den Verdacht nahe, dass die Firmen von ihren unfairen Unternehmenspraktiken ablenken und ihr Image aufpolieren wollen (Stichwort „Greenwashing“).

Mehr als 35 Jahre lang hat Andrea Neukamm die Geschicke des Weltladens in Aschaffenburg maßgeblich mitbestimmt. Zunächst ehrenamtlich, aber schon bald als Koordinatorin unseres Ladens.
Und auch über unseren Laden hinaus hat sie Spuren überall dort hinterlassen, wo sich Menschen für den Fairen Handel einsetzen: in der Steuerungsgruppe der Fairtrade Stadt Aschaffenburg, beim Treffen der Weltläden vom Untermain, ….
Am 31.07. verlässt Andrea das Ladenteam und geht in ihren wohlverdienten Ruhestand. Wer sie kennt, weiß, welche Lücke sie hinterläßt.
Liebe Andrea, ein ♥-liches Danke für all Dein Wirken! Wir wünschen Dir Welten voller Sonnenschein, Liebe und Glück, die Dich erwarten mögen!
Gleichzeitig freuen wir uns, unsere langjährige Vorstandsfrau Anke Teigelkötter in ihrer neuen Rolle als Koordinatorin begrüßen zu dürfen! Liebe Anke, herzlich willkommen an Deinem neuen Platz! Wir freuen uns darauf, mit Dir gemeinsam den Fairen Handel in Aschaffenburg weiter voran zu bringen!
Natürlich kaufen wir die Produkte in unserem Laden nicht direkt bei den ProduzentInnen in den Erzeugerländern.
Aber wer importiert denn nun unsere Waren, und welche Menschen verbergen sich hinter den freundlichen Stimmen am Telefon oder dem netten Email-Verkehr? Wie arbeiten unsere Importeure?
Dies herauszufinden, machten sich am 08. Juli 2016 acht Mitarbeiterinnen unseres Ladens auf den Weg nach Ravensburg, zu unserer Importorganisation dwp eG.
Den Freitagnachmittag nutzten wir für einen ausgiebigen Besuch im Ravensburger Weltladen, gegründet 1983 und seit 1998 ebenfalls unter der Führung von dwp. Im Gegensatz zu den meisten Weltläden (wie auch dem Aschaffenburger) arbeiten dort nicht Ehrenamtliche im Verkauf, sondern insgesamt 10 Angestellte. Diese bekommen ehrenamtliche Unterstützung bei Aktivitäten außerhalb des Ladens, z.B. bei Märkten und Festen.
Die 170 qm Fairer Handel mit einem tollen Sortiment in einem wunderbaren, neuen Laden beeindruckten uns, und das eine oder andere schöne Stück fand neue Besitzerinnen.
Im Anschluss erfuhren wir bei einer Stadtführung zu Ravensburger Frauen viel Interessantes und bekamen einen ersten Eindruck von der hübschen Altstadt Ravensburgs. Stadtführerin Dorothee Büker wusste kurzweilig zu erzählen und wurde nicht müde, auch unsere zahlreichen Nachfragen zu beantworten.
Am Samstag ging es dann gleich morgens in die Hinzistobler Straße, dem Firmensitz von dwp. Bei einer Führung durch die Geschäftsräume durch Vorstand Thomas Hoyer konnten wir einen sehr guten Eindruck von der Arbeitsweise dieser Fairhandels-Importorganisation gewinnen.
Die Arbeit von dwp geht zurück auf die Gründung des Ravensburger Weltladens 1983. Von Anfang an führte der Trägerverein neben dem Betrieb des Weltladens auch Eigenimporte durch. Da dies zunehmend Ressourcen in Anspruch nahm, wurde bereits 1988 gemeinsam mit Weltläden der Region Oberschwaben der eigenständige Fairhandelsimporteur dritte-welt partner GmbH gegründet (die heutige dwp eG Fairhandelsgenossenschaft).
Nach Aussage von Thomas Hoyer stellt dwp in seiner Arbeit die Menschen in den Mittelpunkt. Das gilt selbstverständlich für die ProduzentInnen in den Ländern des Südens, die von der Kooperation mit dwp profitieren. Natürlich durch die gezahlten fairen Preise der Produkte, die deutlich über den oft viel zu geringen Weltmarktpreisen liegen. Aber vor allem auch durch Austausch und Beratung, langfristige (oft bereits jahrzehntelange) freundschaftliche Beziehungen, Vorfinanzierung der Ernten, etc.
In beeindruckender Weise gilt dies aber auch für das soziale Engagement direkt vor Ort in Ravensburg. Etwa 50 Menschen arbeiten dort in der dwp direkt angeschlossenen Werkstattder Bruderhaus Diakonie für Menschen mit psychischen Erkrankungen. Das Arbeitsfeld umfasst dabei Tätigkeiten vom Abfüllen von Lebensmitteln über qualifizierte Bürotätigkeiten bis hin zu Verpackung und Versand. Dabei wird in besonderer Weise Rücksicht auf die Bedürfnisse und Fähigkeiten der Angestellten genommen – dwp stellt hierfür eine Vollzeitstelle aus den eigenen Reihen bereit.
Im Anschluss an die Betriebsführung konnten wir noch den neuen Kurzfilm von dwp zu Mangos und dem Projekt preda anschauen, Thomas Hoyer erzählte anschließen von seinen jüngsten Besuchen auf den Philippinen.
Nach einem kleinen Abstecher zum Inventur-Lagerverkauf und gestärkt mit Fairem Kaffee, bio-regionaler Limonade und Bio-Bratwurst machten wir uns auf den Heimweg nach Aschaffenburg.
Alle TeilnehmerInnen zeigten sich beeindruckt von der Arbeit und dem Ethos von dwp und fühlen sich bestärkt in Ihrer eigenen Weltladen-Arbeit. Mit dem erlangten Hintergrundwissen zum sozialen Engagement von dwp – sowohl in den Ländern des Südens als auch in Deutschland – werden wir unseren KundInnen die Produkte dieses Fairhandelsimporteurs sich mit noch mehr Freude empfehlen. Außerdem bekunden alle übereinstimmend den Wunsch, das hübsche Städtchen Ravensburg nochmals mit mehr Zeit zu besuchen.
Weitere Bilder: Weltladenausflug nach Ravensburg

Wir freuen uns sehr über das Erscheinen des 3. Aschaffenburger Einkaufsratgebers! Gemeinsam mit Bürgermeister Jürgen Herzing, Silvia Kern und Michael Reichert vom Nord Süd Forum Aschaffenburg und Marc Busse vom Umweltamt haben wir ihn am Mittwoch der Presse vorgestellt.
Der Einkaufsratgeber enthält nicht nur Tipps, wo man in Aschaffenburg bio-regional-fair einkaufen kann. Er bietet darüber hinaus auch einen Wegweiser durch den Siegel-Dschungel und enthält Informatives zu vielen Themen der Nachhaltigkeit. Neu in dieser Ausgabe ist z.B. das Thema „Foodsharing“.
Erhältlich ist der Einkaufsratgeber in gedruckter Version z.B. bei uns im Weltladen.
Als PDF kann er hier herunter geladen werden: Einkaufsratgeber

Veranstaltung zur Fairen Woche 2023 am 15. September 2023, Martinushaus, 19.00 Uhr:
Laut Umweltbundesamt war der Verkehrssektor im Jahr 2019 für rund 164 Mio. t Treibhausgase (berechnet als CO2-Äquivalente; kurz: CO2-Äq.) verantwortlich und trug damit 20 % zu den Treibhausgasemissionen Deutschlands bei. Dieser relative Anteil ist gegenüber 1990 um sieben Prozentpunkte gestiegen. Zwar brachten die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie einen kurzen Rückgang der Emissionen, mittlerweile haben sie jedoch wieder die Werte vor Corona erreicht. Damit ist der Verkehr der einzige Sektor, der in den vergangenen Jahrzehnten seine Treibhausgasemissionen nicht mindern konnte. Auch mit den derzeit geplanten Maßnahmen würden die Emissionen bis 2030 lediglich auf 126 Mio. t zurückgehen und das Ziel von 84 Mio. t CO2-Äq. um mehr als 40 Mio. t CO2-Äq verfehlen.
Was hat das mit dem Fairen Handel zu tun?
Die diesjährige Faire Woche steht unter dem Motto „Fair. Und kein Grad mehr!“ Produzentinnen und Produzenten in den sog. Ländern des Südens leiden schon heute am meisten unter den Folgen der Klimakrise, und das, obwohl sie am wenigsten zu dieser Krise beitragen. Gerade im landwirtschaftlichen Bereich ist die Lage existenzbedrohend: Ackerflächen verdorren oder die Anbaugebiete für Produkte wie Kaffee müssen in immer höhere Lagen verlegt werden. Regen- und Erntezeiten verschieben sich oder bleiben ganz aus. Der Faire Handel arbeitet größtenteils mit kleinbäuerlichen Betrieben zusammen und viele Handelspartner des Fairen Handels kämpfen mit den Auswirkungen des Klimawandels: Trockenheit, Unwetter, steigende Temperaturen und Pilzkrankheiten erschweren die Arbeitsbedingungen und führen in konkreten Fällen zu Ernteverlusten von bis zu 90 %. Es ist also klar, auch für den Fairen Handel ist Klimagerechtigkeit ein, wenn nicht das wichtigste aktuelle Thema, da sich in der Klimakrise die umwelt- und die menschenrechtliche Dimension verbinden.
Ganz nach dem Motto „Global denken – lokal handeln!“ ist das Thema „Verkehr“ und ein Hinwirken zu einer sozial gerechten Mobilitätswende somit eine der Stellschrauben, an der wir hier bei uns vor Ort ganz konkret aktiv werden können.
Mobilitätswende als Chance
Gleichzeitig bietet sich mit einer Mobilitätswende auch die Chance, die Umwelt- und Lebensbedingen bei uns vor Ort zu verbessern. Weniger Individualverkehr auf den Straßen bedeutet: weniger Belastung durch Abgase und Feinstaub, weniger Lärm, weniger Unfälle mit Verletzten und Toten. Gleichzeitig ergeben sich durch eine Neuverteilung des Straßenraums Möglichkeiten für Begegnung, für mehr Fahrrad- und Fußwege und für mehr Unabhängigkeit. Denn nicht jeder kann (oder will) sich ein eigenes Auto leisten und diese Menschen sind oftmals von der Teilhabe ausgeschlossen. Dies gilt auch und besonders für den ländlichen Raum, der oft nur über einen sehr eingeschränkten ÖPNV verfügt.
Wir freuen uns daher, gemeinsam mit dem VCD, dem Martinusforum und weiteren Aschaffenburger Akteuren am 15. September 2023 um 19.00 Uhr die Bestseller-Autorin und Verkehrswende-Aktivistin Katja Diehl zu Gast zu haben. Sie wird uns von ihrer Vision erzählen: kinderfreundliche, barrierearme und entschleunigte Straßen für alle und ein Verkehr, der weniger Emissionen erzeugt. Gleichzeitig wird sie aufzeigen, wie dies in Städten und auf dem Land sozial verträglich umgesetzt werden kann.

Anläßlich seines 35-jährigen Bestehens hat der Weltladen für faires Handeln e.V. eine Jubiläums-Ausgabe der Stadtschokolade aufgelegt unter dem Motto „Aschaffenburg geniessen“.
Wir freuen uns sehr, dass der bekannte Aschaffenburger Künstler Gunter Ullrich uns hierfür eines seiner Werke zur Verfügung gestellt hat!
Unter der Banderole stecken selbstverständlich wieder fair gehandelte Bio-Zutaten. Kakao aus Panama und aus Kolumbien wurde im Hause Zotter zu zwei köstlichen Sorten verarbeitet, die sich gemeinsam in einer Verpackung wiederfinden. Sie versprechen Genuss ohne bitteren Beigeschmack, denn die ProduzentInnen der Zutaten profitieren vom Fairen Handel: keine ausbeuterische Kinderarbeit, faire Entlohnung und Einhaltung von Arbeitsrechten. In ganz besonderer Weise gilt dies für die über 230 Kolumbianischen Kleinbauernfamilien, die im Rahmen von „Kakao statt Kokain“ eine neue Lebensgrundlage gefunden haben. „Es ist immer einfach zu sagen, wir wollen keinen Drogenhandel, wir wollen keine Kinderarbeit, wir wollen keine Armut. Der einfachste und sicherste Weg ist, den Bauern Preise zu zahlen, von denen sie auch leben können.“, so Josef Zotter.
Zahlreiche Gäste waren zur Vorstellung der neuen Schokolade am Mittwoch, 09. November 2016 in den Weltladen gekommen. Neben den Ehrengästen, dem Küntler-Ehepaar Ullrich/Jacobi waren auch VertreterInnen des Nord Süd Forums Aschaffenburg e.V., des Umweltamtes der Stadt Aschaffenburg, des Stadtmarketings sowie die Künstlerin der vorherigen Edition, Fr. Gudrun Freudenberger, anwesend.
Vorstandsmitglied Anna Pfarr würdigte in ihrer Ansprache das künstlerische Schaffen von Hr. Gunter Ullrich und Fr. Ullrich-Jakobi. Sie dankte Hr. Ullrich für die großzügige Überlassung eines seiner Werke für die Banderole der neuen Stadtschokolade und die damit einher gehende Unterstützung des Fairen Handels.
Koordinatorin Andrea Neukamm spannte in ihrer Ansprache zum 35-jährigen Jubiläums des Weltladens einen weiten Bogen, angefangen bei der Aufbruchsstimmung im damaligen winzigen Laden in der Merkelstraße über den Umzug in die Treibgasse hin zum etablierten Fachgeschäft für den Fairen Handel, das der Weltladen heute ist. Sie dankte allen Aktiven, ohne deren Engagement es den Weltladen in seiner heutigen Form nicht geben würde. Immerhin über 2400 Stunden ehrenamtlicher Arbeit kommen pro Jahr zusammen, beim Ein- und Verkauf im Laden, aber auch bei Info- und Messeständen z.B. auf dem Ökomarkt oder bei Veranstaltungen im Martinushaus.
Info-Referentin Berit Schurse stellte die beiden Schokoladensorten vor, die sich in der Banderole befinden. Dabei wies sie darauf hin, dass sich mit der Edelbitter-Schokolade aus kolumbianischem Kakao nun zwei wunderbare Produkte im „Ascheberger Geschenksche“ finden. Der Weltladen möchte hiermit auch seine Verbundenheit mit der Städtesolidarität mit Villavicencio in Kolumbien zum Ausdruck bringen.
Zwei ganz besondere Sorten Schokolade wurden für die Doppel-Tafel Aschaffenburger Stadtschokolade gewählt:
Edelbitter-Schokolade mit 75 % Kakao-Anteil aus Kolumbien
Zutaten: Kakaomasse Kolumbien°, Rohrohrzucker°, Kakaobutter°, Speisesalz
Kakao: 75% mindestens
Nach Fairtrade-Standards gehandelt: Kakaomasse°, Rohrohrzucker°, Kakaobutter°
Gesamtanteil: 100%.
°aus kontrolliert biologischer Landwirtschaft
Eine dunkle Schokolade mit kolumbianischem Kakao aus dem Projekt „Kakao statt Kokain“. Das Projekt ermöglicht es 234 Kleinbauern-Familien, sich aus der Abhängigkeit der Drogenmafia, der Illegalität und der Armut zu befreien. Sie pflanzen jetzt fair gehandelten Bio-Kakao statt Koka an und verdienen dadurch das Dreifache.
„Kakao statt Kokain“ ist ein von der ADA (Austrian Development Agency) gefördertes Entwicklungshilfeprojekt, in das die Fa. Zotter als Wirtschaftspartner eingebunden ist. Zotter trägt zum einen die Hälfte der Projektkosten und zum anderen bringt die Wirtschaftspartnerschaft den Vorteil, dass der produzierte Kakao auch einen Abnehmer findet. Durch feste Abnahmeverträge und vor allem auch durch die Vorfinanzierung der Ernte haben die Bauern überhaupt eine Chance, um aus dem illegalen Drogengeschäft auszusteigen. Da die Koka-Bauern am Existenzminimum leben, sind sie leichte Beute für die Drogenkartelle. „Die Drogenkartelle finanzieren die Ernte vor“, erklärt Josef Zotter. „Deshalb kann auch kein Bauer von heute auf morgen aus dem Drogenanbau aussteigen. Erst muss er seine Rechnungen begleichen, sonst hat er gleich eine Pistole am Kopf. Deshalb ist die Vorfinanzierung der Ernte in Kolumbien extrem wichtig gewesen.“
Vollmilch-Schokolade mit 35 % Kakao aus Panama
Zutaten: Rohrohrzucker°, Kakaobutter°, Vollmilchpulver°, Süßmolkenpulver°, Kakaomasse°, Vollrohrzucker°, Emulgator: Sojalecithin°, Vanilleschotenpulver°, Zimt°, Steinsalz Ursprungsschokolade mit Kakaobohnen aus Panama.
Kakao (Kakaomasse und Kakaobutter): 35% mindestens
Nach Fairtrade-Standards gehandelt: Rohrohrzucker°, Kakaobutter°, Kakaomasse°, Vollrohrzucker°
Gesamtanteil: 77%.
°aus kontrolliert biologischer Landwirtschaft
Mit reinem Cocabo-Kakao, der von indigenen Kakaobauern abseits aller Hektik unserer Zeit im Schutze des panamaischen Regenwaldes traditionell kultiviert wird.
Kakao gedeiht ganz prächtig in Mischkulturen, solange man ihn nicht auf Plantagen in Monokulturen zwingt. Daher ist Kakao eine traditionelle und zugleich umweltfreundliche Pflanze, die es der indigenen Bevölkerung ermöglicht, im Einklang mit der Natur zu leben und trotzdem Geld zu verdienen. In der Kooperative Cocabo arbeiten Mitglieder vom Stamm der Ngöbe und Buglé. Ihr Ziel ist, die Natur zu schützen und weiterhin traditionell leben zu können. Cocabo wurde 1952 von 19 Bauern gegründet, heute zählt die Kooperative 3.000 Familien zu ihren Mitgliedern. Sie leben weit verstreut rund um Bocas del Toro, eine Provinz im Nordwesten Panamas, die eines der größten Kakaoanbaugebiete des Landes ist.
Genießen Sie eine Schokolade, die weit über Ihr Wohnzimmer hinausreicht, für Respekt und Umweltschutz steht und den Indianern in Panama erlaubt, ihre Tradition zu wahren und im Geiste ihrer Vorfahren zu leben!
Die Milch für diese Schokolade stammt von den Tiroler Bergbauern „Bio vom Berg“.

v. links nach rechts: Anna Prarr, Fr. Ullrich-Jacobi, Hr. Ullrich, Andrea Neukamm

500 Gramm Butter mit 300 Gramm Rohrzucker und 5 Eiern schaumig rühren, 450 Gramm Mehl mit 100 Gramm Kakao sieben und Löffelweise unterheben.
Mit einer Spritzbeutel kleine Häufchen auf Backpapier aufspritzen, bei 180° C (Umluft) ca. 12 Minuten backen – die Kekse sollten noch etwas weich sein.
Auskühlen lassen, dann je zwei Kekse mit einem Gelee nach Wahl (z.B. Johannisbeere oder Brombeere) zusammensetzen.
Guten Appetit!
Diese Bronzeskulpturen von Künstlern des „Village Artisanal“ in Quagadougou, Burkina-Faso, wurden zunächst aus Wachs geformt und mit einer Tonhülle ummantelt. Die Tonumkleidung wurde an der Luft getrocknet und anschließend durch Brennen des Tonmantels das Wachs ausfließen lassen. Danach wurde die heiße Bronze eingefüllt und nach dem Erkalten die Tonform zerschlagen. Zum Schluss erfolgt das Säubern, Schleifen und Polieren der Figuren aus „verlorenem Guss“.

