FAIRbunden mit Nepal
Ursachen für Flucht und Migration bekämpfen!
Ursachen für Flucht und Migration bekämpfen!
Menschen suchen nicht nur vor Krieg und Terror Zuflucht bei uns – die Ursachen für Flucht und Migration sind vielfältig.
Weltläden setzen sich seit Jahrzehnten für eine andere Wirtschafts- und Handelspolitik ein. Denn viele Länder sind durch das derzeitige Wirtschaftssystem ökonomisch benachteiligt. Der Wohlstand der reichen Länder ist mit der Armut und Ausbeutung der sogenannten Entwicklungsländer erkauft. So werden zum Beispiel hoch subventionierte Agrarüberschüsse der EU exportiert und bringen vor Ort die einheimische Produktion zum Erliegen. Ein ungleicher Zugang zum Weltmarkt fördert zudem die Macht reicher Industrienationen und multinationaler Konzerne und führt oftmals zu ausbeuterischen Arbeitsverhältnissen. Zudem können arme Länder oft lediglich Ihre Rohstoffe exportieren, nicht jedoch halbfertige oder fertige Produkte, so dass wenig Wertschöpfung im Land bleibt.
Weitere Gründe, die die Lebensgrundlage vieler Menschen zerstören: Reiche Staaten und multinationale Konzerne kaufen Agrarflächen auf, die dann der einheimischen Bevölkerung nicht mehr für die Nahrungsmittelproduktion zur Verfügung stehen. Auch befördert unser Lebensstil den Klimawandel, unter dessen Auswirkungen vor allem diejenigen zu leiden haben, die selbst am wenigsten dazu beitragen. Und nicht zuletzt wird unser Wohlstandsmüll oftmals in den Ländern des Südens „entsorgt“, angefangen bei Altkleidern, über Elektroschrott bis hin zu ganzen Frachtschiffen – meist mit fatalen Folgen für die Gesundheit und Umwelt.
Der internationale Handel muss gerechter gestaltet werden, um allen Menschen ein menschenwürdiges Leben in ihrer Heimat zu ermöglichen – wie es die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte allen Menschen weltweit zuspricht. Dazu zählen die Förderung einer kleinbäuerlicher Produktion, die die Ernährungssicherheit gewährleistet, die Verbesserung der Arbeitsbedingungen z.B. in der Rohstoffgewinnung, in der Landwirtschaft und in diversen Industriebereichen, sowie die Einhaltung existenzsichernder Löhne. Unternehmen müssen dazu verpflichtet werden, die Menschenrechte entlang ihrer Lieferkette zu gewährleisten und sie müssen bei Verstößen dagegen haftbar gemacht werden.
Die kriegerischen Ursachen für einen großen Teil der derzeitigen internationalen Flüchtlingsbewegungen kann der Faire Handel leider nicht direkt beeinflussen.
Er zielt jedoch darauf ab, menschenwürdige Lebens- und Arbeitsbedingungen weltweit zu schaffen bzw. diese zu verbessern, damit Menschen in ihrer Heimat ein selbstbestimmtes Leben zu führen können. Wichtige Instrumente dabei sind z. B. die Schaffung von Absatzmöglichkeiten, die Zahlung von Preisen, die die Lebenshaltungskosten der ProduzentInnen decken, die Stärkung der ProduzentInnenorganisationen sowie die Verbesserung der Infrastruktur, z. B. in den Bereichen Bildung und Gesundheit. Mit diesem Ansatz trägt der Faire Handel zu einer positiven Entwicklung in benachteiligten Regionen bei und reduziert für viele Menschen den Druck, abzuwandern.
Der Faire Handel ist eine weltoffene Bewegung und pflegt intensive und partnerschaftliche Beziehungen auf Augenhöhe zu Handelspartner/innen weltweit. Auch wenn unser Fokus darauf liegt, Perspektiven für Menschen in ihren Heimatländern zu schaffen, sprechen wir uns klar für das Recht auf Asyl und die Aufnahme schutzbedürftiger Menschen aus und befürworten eine Willkommenskultur für Geflüchtete und Migrant/innen.

ProduzentInnenbesuch im Weltladen
ProduzentInnenbesuch im Weltladen
Am 18. September besuchte uns Teresa M. Gumban, Gualitäts- und Produktionsbeauftragte bei Panay Fair Trade Center (PFTC) im Weltladen. Im Rahmen der Fairen Woche ist sie derzeit auf Deutschland-Tour, um über den Fortschritt des Projektes „100 x 1000“ zu berichten, für das auch der Weltladen für faires Handeln e.V. im vergangenen Jahr 1000,- € gespendet hatte. Bereits im April diesen Jahres konnte die neue Zuckerrohrmühle in der Region Capiz eingeweiht werden. Zahlreiche Menschen erhalten so nach den schrecklichen Zerstörungen durch den Taifun „Haiyan“ eine neue Perspektive.
Begleitet von Martin Lang von der dwp eG Ravensburg berichtete Teresa M Gumban sehr eindrücklich über die Kooperative auf den Philippinen. Ein 15-minütiger Film zeigte uns u.a. Bilder aus der neu errichteten Zuckermühle und erklärte die vielen notwendigen Schritte bis zum fertigen Mascobado-Vollrohrzucker. Im Anschluss daran erläuterte Teresa die Strukturen der Kooperative, stellte die verschiedenen Produkte des PFTC vor (neben Zucker u.a. Bananenchips und Ingwerwürfel) und erklärte die soziale und politische Arbeit der Kooperative. Besonders berührten hier die Berichte zu den beiden im vergangenden Jahr ermordeten Mitgliedern des PFTC: Romeo Robles Capalla, Manager der PFTC Verarbeitungsanlage für Mascobadozucker und Bananenchips,owie Zuckerrohrbauer Dionisio Garete. In beiden Fällen gehen das Panay Fair Trade Center sowie Menschenrechtsorganisationen von sog. „extralegalen Hinrichtungen“ aus, mit denen Militär und Polizei die Organisation einschüchtern wollen.
Für die BesucherInnen des Abends war der Bericht über „100 x 1000“ ein eindrückliches Zeichen dafür, dass auch aus etwas Zerstörerischem wie dem Taifun Haiyan etwas Positives erwachsen kann, wenn Menschen in Süd und Nord Hand in Hand zusammen arbeiten.
Und der Blick hinter die Kulissen von Panay Fair Trade machte wieder einmal deutlich, wie viele Handgriffe, Können und Wissen notwendig sind, um die leckeren Produkte in unserem Laden herzustellen. Auch dies macht z.B. den Mascobado-Zucker, Bananenchips und Ingwerwürfel zu einem besonderen Genuss!
Besonders freuten wir uns auch über den Besuch und die einleitenden Worte von Bürgermeister Jürgen Herzing!
An dieser Stelle ein Dankeschön für die gute Zusammenarbeit mit der Stadt Aschaffenburg!
Weitere Bilder: Produzentinnenbesuch PFTC 2015 (Fotos (c) Thomas Schurse)
Herzliche Einladung zu unserem Vortragsabend mit Kurzfilm (ca. 15 Minuten) und anschließender Diskussion!
Mascobado – bittersüßer Zucker vom Panay Fair Trade Center
Eine Erfolgsgeschichte nach dem schrecklichen Taifun Haiyan
Freitag, 18. September 2015, 18.30 Uhr
Weltladen für faires Handeln e.V., Treibgasse 3, Aschaffenburg
Der Eintritt ist frei. Es wird aus dem Englischen übersetzt.
Gäste:
Teresa Te Gumban / Panay Fair Trade Center, Philippinen
Jun N. Centus / Capiz Fair Trade Center, Philippinen
Martin Lang / dwp eG Fairhandelsgenossenschaft, Ravensburg
Als im November 2013 der Taifun „Haiyan“ über die Philippinen fegte, richtete er auch auf der Insel Panay große Schäden an. Bald erreichten uns über unseren Importeur dwp eG Berichte von den Zerstörungen bei der Fairhandelsorganisation Panay Fair Trade Center, von der wir unseren Mascobado-Zucker beziehen.
Die Bestürzung war groß und uns war sofort klar, dass wir helfen wollen.
Das innerhalb kürzester Zeit ins Leben gerufene Hilfsprojekt von dwp erwies sich als ausgezeichnete Möglichkeit. Aus der anfänglichen Soforthilfe, die die Menschen mit dem Nötigsten zum Überleben auszustatten versuchte, entwickelte sich binnen kurzem „100 x 1.000“. Einhundert Weltläden gaben jeweils 1.000 Euro, um in Kooperation mit PFTC den Bau einer weiteren, neuen Zuckerrohrmühle auf Panay zu ermöglichen. Obwohl das Vorhaben anfangs auf den Philippinen auf politische und bürokratische Hindernisse stieß, ist gerade einmal 18 Monate später die neue Mühle in Betrieb und wird von der neu gegründeten Organisation Capiz Fair Trade Center betrieben. Gespannt warten wir auf die Lieferung des ersten Mascobado-Vollrohrzuckers.
Ein eindrucksvolles Beispiel das Verständnis der Weltläden von einem fairen, partnerschaftlichen Handeln und Handel weit über die Zahlung eines fairen Preises an benachteiligte Produzenten hinaus.
Wir freuen uns, dass wir im September auf Einladung von dwp eG Ravensburg zwei Vertreter unserer Handelspartner Panay Fair Trade Center / Capiz Fair Trade Center bei uns im Weltladen zu Gast haben werden. Teresa Te Gumban und Jun N. Centus werden uns ausführlich über das Projekt rund um die neue Zuckerrohrmühle berichten.
Teresa Te Gumban ist seit vielen Jahren Qualitäts- und Produktionsbeauftragte
im Panay Fair Trade Center.
Jun M. Centus hat durch den Bau der Mühle in seinem Nachbarort nun die Chance,
durch den Fairen Handel mit Zuckerrohr seine Lebensbedingungen nachhaltig zu verbessern.
Aschaffenburg ist Fairtrade Stadt!
Aschaffenburg ist Fairtrade Stadt!
Seit dem 23. Februar 2015 ist Aschaffenburg Fairtrade Stadt.
Im Rahmen einer Feierstunde in der City Galerie wurde die Ernennungsurkunde an Bürgermeister Jürgen Herzing übergeben.

In ihrer Ansprache lobte die für Süddeutschland zuständige Botschafterin von Transfair Deutschland, Hannah Rüther, das herausragende Engagement zum Fairen Handel in der Stadt Aschaffenburg. Viele der Kriterien seien übererfüllt worden. Auch die breite Beteiligung in der Steuerungsgruppe mit Vertretern aus Stadt, Weltladen, Nord Süd Forum, Einzelhandel sowie evangelischer und katholischer Kirche sei beispielhaft. Mit dem Aschaffenburger Solidaritätskaffee und der Aschaffenburger Stadtschokolade des Weltladens hob sie zwei Aschaffenburger Produkte aus Fairem Handel besonders hervor.
Bürgermeister Herzing betonte die lange Tradition des Fairen Handels in Aschaffenburg, sowohl in der Zivilgesellschaft als auch im Rathaus. Er erinnerte an den Stadtratsbeschluss gegen ausbeuterische Kinderarbeit und die beiden Eine Welt-Bilanzen. Selbstverständlich werde auch in den Stadtratssitzungen fair gehandelter Kaffee, Tee und Zucker angeboten.
Musikalisch umrahmt wurde das Programm von den „Sambakids“ der Kolpingschule und Städtischen Musikschule, die mit ihren Lateinamerikanischen Rhythmen für Stimmung sorgten.
Beeidruckende Akrobatik und Körperbeherrschung zeigten Mitglieder der Capoeira-Gruppe „Ancestrais“ des Turnvereins 1860 Aschaffenburg e.V. bei ihrer Darbietung dieser alten Brasilianischen Kampf- und Tanzkunst.
An den Ständen von Weltladen, Edeka Stenger und Aschaffenburger Solidaritätskaffee e.V. konnten fair gehandelte Produkte gekauft und verkostet werden.
Ein kleiner Beitrag über die Auszeichnungsfeier von Main TV (ab 0:30) : http://www.main.tv/mediathek/kategorie/main-tv-der-tag/video/fairer-einkaufen-in-aschaffenburg

(v.li.n.re.:) Mitglieder der Steuerungsgruppe: Claudia Klein, Nord Süd Forum; Andrea Neukamm, Weltladen; Thomas Gitter, Ev.-Luth. Kirchengemeinde St. Matthäus; Berit Schurse, Weltladen Aschaffenburg; Marc Busse, Amt für Umwelt- und Verbraucherschutz; sowie Hannah Rüther, Transfair Deutschland; Jürgen Herzing, Bürgermeister

Hier ebenfalls mit im Bild: Andreas Jung vom Amt für Umwelt- und Verbraucherschutz (2.v.li.)
Aschaffenburger Einkaufsratgeber bio-regional-fair erschienen
Aschaffenburger Einkaufsratgeber bio-regional-fair erschienen
Am 24. Juni 2014 wurde der Einkaufsratgeber für die Stadt Aschaffenburg vorgestellt. LINK
Erstellt wurde die 32-seitige Broschüre von einem Arbeitskreis, dem neben Vertretern der Stadt und des Nord Süd Forums Aschaffenburg auch engagierte Einzelpersonen angehören. Der Weltladen für faires Handeln e.V. ist durch die Info-Referentin vertreten und trug inhaltlich maßgeblich bei, vor allem bei Fragen zum Fairen Handel, Kinderarbeit sowie bio-fair-regionalen Siegeln.
In einer Pressesitzung betonte Oberbürgermeister Klaus Herzog den Stellenwert ethisch verantwortungsvollen Konsums in der Stadt Aschaffenburg. So verwies er auf den bereits 2008 gefassten Beschluss der Stadt „gegen ausbeuterische Kinderarbeit“ und auf die Mitgliedschaft im Klimabündnis. Auch wird seit langem z.B. bei Stadtratssitzungen fair gehandelter Kaffee ausgeschenkt, Blumenschmuck stammt nach Möglichkeit aus einheimischer Produktion.
Laut Michael Reichert, Vorstand des Nord Süd Forums Aschaffenburg e.V. soll die vorliegende Broschüre nicht nur die Bevölkerung zu Fragen nachhaltigen Konsums informieren. Er sprach vielmahr den Wunsch aus, dass auch weitere Einzelhändler in der Stadt ihr Angebot dahin gehend erweitern.
Andreas Jung vom Amt für Umwelt- und Verbraucherschutz konnte bereits von zahlreichen positiven Rückmeldungen berichten (der Einkaufsratgeber war den in der Broschüre genannten Händlern bereits im Vorfeld zugesandt worden).
Ebenfalls anwesend bei der Pressekonferenz war Bürgermeister Jürgen Herzing, der das Referat für Umwelt, Energie, Verbraucher-, Brand- und Katastrophenschutz leitet und einen seiner Schwerpunkte im Bereich Nachhaltiges Beschaffungswesen sieht.

Schokolade fair naschen!
Schokolade fair naschen!
Eine Gourmet – Mulivisionsshow

Schokolade gehört zu den beliebtesten Süßigkeiten weltweit. Sie ist köstlich, schmilzt auf der Zunge und ruft Glücksgefühle hervor. Ihre Hauptingredienzen sind Kakao, Zucker und Milch. Wie werden aus diesen Zutaten eigentlich Schokoladentafeln hergestellt? Wer verdient mit ihnen das große Geld? Ist Schokolade gesund und wer hat sie erfunden? Diesen Fragen geht die Gourmet-Multivisionsshow von Dr. Jutta Ulmer und Dr. Michael Wolfsteiner auf den Grund.
Und so beginnt unsere Live-Reportage in den mystischen Regenwäldern Guatemalas, wo die Maya bereits vor 1.500 Jahren aus den Früchten des Kakaobaums Trinkschokolade zubereiteten. Sie führt zu den ersten Schokoladenfabriken Europas und den Gründen, warum heute im konventionellen Kakaosektor Armut und Kinderarbeit weit verbreitet sind.
Die Fotografen haben drei bio-zertifizierte Fair-Trade-Kleinbauernverbände besucht: in Bolivien Kakaobauern von EL CEIBO, in Paraguay Zuckerrohrbauern von Manduvira und in Deutschland eine Milchbauernfamilie der Molkerei Berchtesgadener Land. Mit außergewöhnlichen Fotos berichten sie über deren Arbeitsalltag und zeigen, wie der Faire Handel im Globalen Süden und Norden wirkt.
Mit ihrer aufwändigen Programmierung, den feinsinnigen Erzählungen und stimmungsvollen Musikpassagen ist die Gourmet-Multivisionsshow ein unterhaltsames Plädoyer für mehr Gerechtigkeit im verführerischen Schoko-Naschereien-Geschäft.
Als Fotografen und Journalisten mit dem Schwerpunkt Fairer Handel sind Dr. Jutta Ulmer und Dr. MichaelAls Fotografen und Journalisten mit dem Schwerpunkt Fairer Handel sind Dr. Jutta Ulmer und Dr. MichaelWolfsteiner Mitglieder der World Fair Trade Organization (WFTO). Bekanntheit haben sie mit ihrenbeeindruckenden Multivisionsshows erlangt, in denen sie den Fairen Handel mit ihren ganz persönlichenReiseerlebnissen kombinieren. Sie zeigen ihre Fotos auf Großleinwand. Durch die perfekte Abstimmung vonbrillanten Bildern, Live-Kommentaren und berührender Musik entsteht eine magische Atmosphäre, die zu einemerkenntnisreichen Vergnügen einlädt.

(c) Fotos: Dr. Jutta Ulmer und Dr. Michael Wolfsteiner
Bronzefiguren aus Burkina Faso
Bronzefiguren aus Burkina Faso
Diese Bronzeskulpturen von Künstlern des „Village Artisanal“ in Quagadougou, Burkina-Faso, wurden zunächst aus Wachs geformt und mit einer Tonhülle ummantelt. Die Tonumkleidung wurde an der Luft getrocknet und anschließend durch Brennen des Tonmantels das Wachs ausfließen lassen. Danach wurde die heiße Bronze eingefüllt und nach dem Erkalten die Tonform zerschlagen. Zum Schluss erfolgt das Säubern, Schleifen und Polieren der Figuren aus „verlorenem Guss“.

Lesung und Diskussion mit Katja Diehl, Bestseller-Autorin (#autokorrektur)
Lesung und Diskussion mit Katja Diehl, Bestseller-Autorin (#autokorrektur)

Veranstaltung zur Fairen Woche 2023 am 15. September 2023, Martinushaus, 19.00 Uhr:
Laut Umweltbundesamt war der Verkehrssektor im Jahr 2019 für rund 164 Mio. t Treibhausgase (berechnet als CO2-Äquivalente; kurz: CO2-Äq.) verantwortlich und trug damit 20 % zu den Treibhausgasemissionen Deutschlands bei. Dieser relative Anteil ist gegenüber 1990 um sieben Prozentpunkte gestiegen. Zwar brachten die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie einen kurzen Rückgang der Emissionen, mittlerweile haben sie jedoch wieder die Werte vor Corona erreicht. Damit ist der Verkehr der einzige Sektor, der in den vergangenen Jahrzehnten seine Treibhausgasemissionen nicht mindern konnte. Auch mit den derzeit geplanten Maßnahmen würden die Emissionen bis 2030 lediglich auf 126 Mio. t zurückgehen und das Ziel von 84 Mio. t CO2-Äq. um mehr als 40 Mio. t CO2-Äq verfehlen.
Was hat das mit dem Fairen Handel zu tun?
Die diesjährige Faire Woche steht unter dem Motto „Fair. Und kein Grad mehr!“ Produzentinnen und Produzenten in den sog. Ländern des Südens leiden schon heute am meisten unter den Folgen der Klimakrise, und das, obwohl sie am wenigsten zu dieser Krise beitragen. Gerade im landwirtschaftlichen Bereich ist die Lage existenzbedrohend: Ackerflächen verdorren oder die Anbaugebiete für Produkte wie Kaffee müssen in immer höhere Lagen verlegt werden. Regen- und Erntezeiten verschieben sich oder bleiben ganz aus. Der Faire Handel arbeitet größtenteils mit kleinbäuerlichen Betrieben zusammen und viele Handelspartner des Fairen Handels kämpfen mit den Auswirkungen des Klimawandels: Trockenheit, Unwetter, steigende Temperaturen und Pilzkrankheiten erschweren die Arbeitsbedingungen und führen in konkreten Fällen zu Ernteverlusten von bis zu 90 %. Es ist also klar, auch für den Fairen Handel ist Klimagerechtigkeit ein, wenn nicht das wichtigste aktuelle Thema, da sich in der Klimakrise die umwelt- und die menschenrechtliche Dimension verbinden.
Ganz nach dem Motto „Global denken – lokal handeln!“ ist das Thema „Verkehr“ und ein Hinwirken zu einer sozial gerechten Mobilitätswende somit eine der Stellschrauben, an der wir hier bei uns vor Ort ganz konkret aktiv werden können.
Mobilitätswende als Chance
Gleichzeitig bietet sich mit einer Mobilitätswende auch die Chance, die Umwelt- und Lebensbedingen bei uns vor Ort zu verbessern. Weniger Individualverkehr auf den Straßen bedeutet: weniger Belastung durch Abgase und Feinstaub, weniger Lärm, weniger Unfälle mit Verletzten und Toten. Gleichzeitig ergeben sich durch eine Neuverteilung des Straßenraums Möglichkeiten für Begegnung, für mehr Fahrrad- und Fußwege und für mehr Unabhängigkeit. Denn nicht jeder kann (oder will) sich ein eigenes Auto leisten und diese Menschen sind oftmals von der Teilhabe ausgeschlossen. Dies gilt auch und besonders für den ländlichen Raum, der oft nur über einen sehr eingeschränkten ÖPNV verfügt.
Wir freuen uns daher, gemeinsam mit dem VCD, dem Martinusforum und weiteren Aschaffenburger Akteuren am 15. September 2023 um 19.00 Uhr die Bestseller-Autorin und Verkehrswende-Aktivistin Katja Diehl zu Gast zu haben. Sie wird uns von ihrer Vision erzählen: kinderfreundliche, barrierearme und entschleunigte Straßen für alle und ein Verkehr, der weniger Emissionen erzeugt. Gleichzeitig wird sie aufzeigen, wie dies in Städten und auf dem Land sozial verträglich umgesetzt werden kann.
Übergabe d̶e̶s̶ ̶S̶t̶a̶f̶f̶e̶l̶s̶t̶a̶b̶e̶s̶ der Staffeltüte
Übergabe d̶e̶s̶ ̶S̶t̶a̶f̶f̶e̶l̶s̶t̶a̶b̶e̶s̶ der Staffeltüte

Mehr als 35 Jahre lang hat Andrea Neukamm die Geschicke des Weltladens in Aschaffenburg maßgeblich mitbestimmt. Zunächst ehrenamtlich, aber schon bald als Koordinatorin unseres Ladens.
Und auch über unseren Laden hinaus hat sie Spuren überall dort hinterlassen, wo sich Menschen für den Fairen Handel einsetzen: in der Steuerungsgruppe der Fairtrade Stadt Aschaffenburg, beim Treffen der Weltläden vom Untermain, ….
Am 31.07. verlässt Andrea das Ladenteam und geht in ihren wohlverdienten Ruhestand. Wer sie kennt, weiß, welche Lücke sie hinterläßt.
Liebe Andrea, ein ♥-liches Danke für all Dein Wirken! Wir wünschen Dir Welten voller Sonnenschein, Liebe und Glück, die Dich erwarten mögen!
Gleichzeitig freuen wir uns, unsere langjährige Vorstandsfrau Anke Teigelkötter in ihrer neuen Rolle als Koordinatorin begrüßen zu dürfen! Liebe Anke, herzlich willkommen an Deinem neuen Platz! Wir freuen uns darauf, mit Dir gemeinsam den Fairen Handel in Aschaffenburg weiter voran zu bringen!
40 Jahre Weltladen:
40 Jahre Weltladen:
Veranstaltungen, große Spendenausschüttung und Umsatzsteigerung: Weltladen Aschaffenburg blickt auf erfolgreiches Jubiläumsjahr zurück
Eigentlich hatte sich das Team des Weltladens das Jubiläumsjahr anlässlich des 40-jährigen Bestehens etwas anders vorgestellt. Doch auch für uns brachte die Corona-Pandemie zahlreiche Herausforderungen mit sich. Geplante Aktionen und Veranstaltungen konnten größtenteils nur unter Auflagen stattfinden oder mussten ganz entfallen. Umso erfreulicher war es, dass der Aktionstag auf dem Wochenmarkt am 26. September stattfinden konnte: ein Infostand mit Tombola sowie Tanz- und Theateraufführungen zeigten, dass das Engagement für den Fairen Handel Wirkung zeigt und zudem Spaß macht. „Der Aktionstag war für uns ein Highlight des zurückliegenden Jahres!“, so Andrea Neukamm, Koordinatorin im Weltladen. „Die Unterstützung bei der Durchführung dieses Tages durch die Fairtrade Stadt Aschaffenburg macht deutlich, welchen Stellenwert unser Fachgeschäft des Fairen Handels in der Stadt hat. Wir sind zuversichtlich, auch zukünftig gemeinsam den Fairen Handel in Aschaffenburg vorantreiben zu können!“ Auch für die Unterstützung durch das Martinushaus Aschaffenburg ist man dankbar, konnten doch durch Kooperationen zwei Info-Veranstaltungen zu Nepal und dem Regenwald sowie eine Foto-Ausstellung realisiert werden.
Bei der Mitgliederversammlung hatten die Ehrenamtlichen des Vereins im Jahr 2021 die dankbare Aufgabe, einen Betrag in Höhe von 12.000 € an Spendengeldern vergeben zu können. Bedacht wurden in erster Linie Hilfsfonds von Importorganisationen des Fairen Handels, die sich für die von der Corona-Pandemie am härtesten betroffenen Produzent:innen einsetzen. „Die Menschen am Anfang der Produktions- und Lieferketten leiden besonders unter den Folgen der Pandemie!“ erklärt hierzu die Info-Referentin Berit Schurse. „Der konventionelle Handel lässt diese Menschen meist im Stich. Anders der Faire Handel: hier unterstützen sich die Partner gegenseitig, Solidarität ist ein wichtiger Bestandteil unseres Handelsmodells!“ Diese Solidarität zeige sich auch durch Spenden an die beiden Weltläden in Bad Münstereifel und Hagen, deren Geschäftsräume und Waren durch die Flutkatastrophe im Juli zerstört wurden.
Auch finanziell war es für den Weltladen Aschaffenburg ein gutes Jahr. „Wir freuen uns sehr, dass wir nicht nur im Dezember 2021, sondern für das gesamte Geschäftsjahr ein deutliches Umsatzplus verzeichnen können!“, erläutert Anke Teigelkötter, Mitglied des Vorstandes. „Das ist wirklich ein sehr erfreuliches Ergebnis in dieser außergewöhnlichen und für alle herausfordernden Zeit!“ Der Vorstand des Weltladens danke allen Haupt- und Ehrenamtlichen und natürlich auch der treuen Kundschaft, die diesen Erfolg ermöglicht und somit „die Welt ein kleines Stückchen fairer“ gemacht haben.









