Bronzefiguren aus Burkina Faso
Bronzefiguren aus Burkina Faso
Diese Bronzeskulpturen von Künstlern des „Village Artisanal“ in Quagadougou, Burkina-Faso, wurden zunächst aus Wachs geformt und mit einer Tonhülle ummantelt. Die Tonumkleidung wurde an der Luft getrocknet und anschließend durch Brennen des Tonmantels das Wachs ausfließen lassen. Danach wurde die heiße Bronze eingefüllt und nach dem Erkalten die Tonform zerschlagen. Zum Schluss erfolgt das Säubern, Schleifen und Polieren der Figuren aus „verlorenem Guss“.

Schokolade fair naschen!
Schokolade fair naschen!
Eine Gourmet – Mulivisionsshow

Schokolade gehört zu den beliebtesten Süßigkeiten weltweit. Sie ist köstlich, schmilzt auf der Zunge und ruft Glücksgefühle hervor. Ihre Hauptingredienzen sind Kakao, Zucker und Milch. Wie werden aus diesen Zutaten eigentlich Schokoladentafeln hergestellt? Wer verdient mit ihnen das große Geld? Ist Schokolade gesund und wer hat sie erfunden? Diesen Fragen geht die Gourmet-Multivisionsshow von Dr. Jutta Ulmer und Dr. Michael Wolfsteiner auf den Grund.
Und so beginnt unsere Live-Reportage in den mystischen Regenwäldern Guatemalas, wo die Maya bereits vor 1.500 Jahren aus den Früchten des Kakaobaums Trinkschokolade zubereiteten. Sie führt zu den ersten Schokoladenfabriken Europas und den Gründen, warum heute im konventionellen Kakaosektor Armut und Kinderarbeit weit verbreitet sind.
Die Fotografen haben drei bio-zertifizierte Fair-Trade-Kleinbauernverbände besucht: in Bolivien Kakaobauern von EL CEIBO, in Paraguay Zuckerrohrbauern von Manduvira und in Deutschland eine Milchbauernfamilie der Molkerei Berchtesgadener Land. Mit außergewöhnlichen Fotos berichten sie über deren Arbeitsalltag und zeigen, wie der Faire Handel im Globalen Süden und Norden wirkt.
Mit ihrer aufwändigen Programmierung, den feinsinnigen Erzählungen und stimmungsvollen Musikpassagen ist die Gourmet-Multivisionsshow ein unterhaltsames Plädoyer für mehr Gerechtigkeit im verführerischen Schoko-Naschereien-Geschäft.
Als Fotografen und Journalisten mit dem Schwerpunkt Fairer Handel sind Dr. Jutta Ulmer und Dr. MichaelAls Fotografen und Journalisten mit dem Schwerpunkt Fairer Handel sind Dr. Jutta Ulmer und Dr. MichaelWolfsteiner Mitglieder der World Fair Trade Organization (WFTO). Bekanntheit haben sie mit ihrenbeeindruckenden Multivisionsshows erlangt, in denen sie den Fairen Handel mit ihren ganz persönlichenReiseerlebnissen kombinieren. Sie zeigen ihre Fotos auf Großleinwand. Durch die perfekte Abstimmung vonbrillanten Bildern, Live-Kommentaren und berührender Musik entsteht eine magische Atmosphäre, die zu einemerkenntnisreichen Vergnügen einlädt.

(c) Fotos: Dr. Jutta Ulmer und Dr. Michael Wolfsteiner
Aschaffenburger Einkaufsratgeber bio-regional-fair erschienen
Aschaffenburger Einkaufsratgeber bio-regional-fair erschienen
Am 24. Juni 2014 wurde der Einkaufsratgeber für die Stadt Aschaffenburg vorgestellt. LINK
Erstellt wurde die 32-seitige Broschüre von einem Arbeitskreis, dem neben Vertretern der Stadt und des Nord Süd Forums Aschaffenburg auch engagierte Einzelpersonen angehören. Der Weltladen für faires Handeln e.V. ist durch die Info-Referentin vertreten und trug inhaltlich maßgeblich bei, vor allem bei Fragen zum Fairen Handel, Kinderarbeit sowie bio-fair-regionalen Siegeln.
In einer Pressesitzung betonte Oberbürgermeister Klaus Herzog den Stellenwert ethisch verantwortungsvollen Konsums in der Stadt Aschaffenburg. So verwies er auf den bereits 2008 gefassten Beschluss der Stadt „gegen ausbeuterische Kinderarbeit“ und auf die Mitgliedschaft im Klimabündnis. Auch wird seit langem z.B. bei Stadtratssitzungen fair gehandelter Kaffee ausgeschenkt, Blumenschmuck stammt nach Möglichkeit aus einheimischer Produktion.
Laut Michael Reichert, Vorstand des Nord Süd Forums Aschaffenburg e.V. soll die vorliegende Broschüre nicht nur die Bevölkerung zu Fragen nachhaltigen Konsums informieren. Er sprach vielmahr den Wunsch aus, dass auch weitere Einzelhändler in der Stadt ihr Angebot dahin gehend erweitern.
Andreas Jung vom Amt für Umwelt- und Verbraucherschutz konnte bereits von zahlreichen positiven Rückmeldungen berichten (der Einkaufsratgeber war den in der Broschüre genannten Händlern bereits im Vorfeld zugesandt worden).
Ebenfalls anwesend bei der Pressekonferenz war Bürgermeister Jürgen Herzing, der das Referat für Umwelt, Energie, Verbraucher-, Brand- und Katastrophenschutz leitet und einen seiner Schwerpunkte im Bereich Nachhaltiges Beschaffungswesen sieht.

Aschaffenburg ist Fairtrade Stadt!
Aschaffenburg ist Fairtrade Stadt!
Seit dem 23. Februar 2015 ist Aschaffenburg Fairtrade Stadt.
Im Rahmen einer Feierstunde in der City Galerie wurde die Ernennungsurkunde an Bürgermeister Jürgen Herzing übergeben.

In ihrer Ansprache lobte die für Süddeutschland zuständige Botschafterin von Transfair Deutschland, Hannah Rüther, das herausragende Engagement zum Fairen Handel in der Stadt Aschaffenburg. Viele der Kriterien seien übererfüllt worden. Auch die breite Beteiligung in der Steuerungsgruppe mit Vertretern aus Stadt, Weltladen, Nord Süd Forum, Einzelhandel sowie evangelischer und katholischer Kirche sei beispielhaft. Mit dem Aschaffenburger Solidaritätskaffee und der Aschaffenburger Stadtschokolade des Weltladens hob sie zwei Aschaffenburger Produkte aus Fairem Handel besonders hervor.
Bürgermeister Herzing betonte die lange Tradition des Fairen Handels in Aschaffenburg, sowohl in der Zivilgesellschaft als auch im Rathaus. Er erinnerte an den Stadtratsbeschluss gegen ausbeuterische Kinderarbeit und die beiden Eine Welt-Bilanzen. Selbstverständlich werde auch in den Stadtratssitzungen fair gehandelter Kaffee, Tee und Zucker angeboten.
Musikalisch umrahmt wurde das Programm von den „Sambakids“ der Kolpingschule und Städtischen Musikschule, die mit ihren Lateinamerikanischen Rhythmen für Stimmung sorgten.
Beeidruckende Akrobatik und Körperbeherrschung zeigten Mitglieder der Capoeira-Gruppe „Ancestrais“ des Turnvereins 1860 Aschaffenburg e.V. bei ihrer Darbietung dieser alten Brasilianischen Kampf- und Tanzkunst.
An den Ständen von Weltladen, Edeka Stenger und Aschaffenburger Solidaritätskaffee e.V. konnten fair gehandelte Produkte gekauft und verkostet werden.
Ein kleiner Beitrag über die Auszeichnungsfeier von Main TV (ab 0:30) : http://www.main.tv/mediathek/kategorie/main-tv-der-tag/video/fairer-einkaufen-in-aschaffenburg

(v.li.n.re.:) Mitglieder der Steuerungsgruppe: Claudia Klein, Nord Süd Forum; Andrea Neukamm, Weltladen; Thomas Gitter, Ev.-Luth. Kirchengemeinde St. Matthäus; Berit Schurse, Weltladen Aschaffenburg; Marc Busse, Amt für Umwelt- und Verbraucherschutz; sowie Hannah Rüther, Transfair Deutschland; Jürgen Herzing, Bürgermeister

Hier ebenfalls mit im Bild: Andreas Jung vom Amt für Umwelt- und Verbraucherschutz (2.v.li.)
ProduzentInnenbesuch im Weltladen
ProduzentInnenbesuch im Weltladen
Am 18. September besuchte uns Teresa M. Gumban, Gualitäts- und Produktionsbeauftragte bei Panay Fair Trade Center (PFTC) im Weltladen. Im Rahmen der Fairen Woche ist sie derzeit auf Deutschland-Tour, um über den Fortschritt des Projektes „100 x 1000“ zu berichten, für das auch der Weltladen für faires Handeln e.V. im vergangenen Jahr 1000,- € gespendet hatte. Bereits im April diesen Jahres konnte die neue Zuckerrohrmühle in der Region Capiz eingeweiht werden. Zahlreiche Menschen erhalten so nach den schrecklichen Zerstörungen durch den Taifun „Haiyan“ eine neue Perspektive.
Begleitet von Martin Lang von der dwp eG Ravensburg berichtete Teresa M Gumban sehr eindrücklich über die Kooperative auf den Philippinen. Ein 15-minütiger Film zeigte uns u.a. Bilder aus der neu errichteten Zuckermühle und erklärte die vielen notwendigen Schritte bis zum fertigen Mascobado-Vollrohrzucker. Im Anschluss daran erläuterte Teresa die Strukturen der Kooperative, stellte die verschiedenen Produkte des PFTC vor (neben Zucker u.a. Bananenchips und Ingwerwürfel) und erklärte die soziale und politische Arbeit der Kooperative. Besonders berührten hier die Berichte zu den beiden im vergangenden Jahr ermordeten Mitgliedern des PFTC: Romeo Robles Capalla, Manager der PFTC Verarbeitungsanlage für Mascobadozucker und Bananenchips,owie Zuckerrohrbauer Dionisio Garete. In beiden Fällen gehen das Panay Fair Trade Center sowie Menschenrechtsorganisationen von sog. „extralegalen Hinrichtungen“ aus, mit denen Militär und Polizei die Organisation einschüchtern wollen.
Für die BesucherInnen des Abends war der Bericht über „100 x 1000“ ein eindrückliches Zeichen dafür, dass auch aus etwas Zerstörerischem wie dem Taifun Haiyan etwas Positives erwachsen kann, wenn Menschen in Süd und Nord Hand in Hand zusammen arbeiten.
Und der Blick hinter die Kulissen von Panay Fair Trade machte wieder einmal deutlich, wie viele Handgriffe, Können und Wissen notwendig sind, um die leckeren Produkte in unserem Laden herzustellen. Auch dies macht z.B. den Mascobado-Zucker, Bananenchips und Ingwerwürfel zu einem besonderen Genuss!
Besonders freuten wir uns auch über den Besuch und die einleitenden Worte von Bürgermeister Jürgen Herzing!
An dieser Stelle ein Dankeschön für die gute Zusammenarbeit mit der Stadt Aschaffenburg!
Weitere Bilder: Produzentinnenbesuch PFTC 2015 (Fotos (c) Thomas Schurse)
Herzliche Einladung zu unserem Vortragsabend mit Kurzfilm (ca. 15 Minuten) und anschließender Diskussion!
Mascobado – bittersüßer Zucker vom Panay Fair Trade Center
Eine Erfolgsgeschichte nach dem schrecklichen Taifun Haiyan
Freitag, 18. September 2015, 18.30 Uhr
Weltladen für faires Handeln e.V., Treibgasse 3, Aschaffenburg
Der Eintritt ist frei. Es wird aus dem Englischen übersetzt.
Gäste:
Teresa Te Gumban / Panay Fair Trade Center, Philippinen
Jun N. Centus / Capiz Fair Trade Center, Philippinen
Martin Lang / dwp eG Fairhandelsgenossenschaft, Ravensburg
Als im November 2013 der Taifun „Haiyan“ über die Philippinen fegte, richtete er auch auf der Insel Panay große Schäden an. Bald erreichten uns über unseren Importeur dwp eG Berichte von den Zerstörungen bei der Fairhandelsorganisation Panay Fair Trade Center, von der wir unseren Mascobado-Zucker beziehen.
Die Bestürzung war groß und uns war sofort klar, dass wir helfen wollen.
Das innerhalb kürzester Zeit ins Leben gerufene Hilfsprojekt von dwp erwies sich als ausgezeichnete Möglichkeit. Aus der anfänglichen Soforthilfe, die die Menschen mit dem Nötigsten zum Überleben auszustatten versuchte, entwickelte sich binnen kurzem „100 x 1.000“. Einhundert Weltläden gaben jeweils 1.000 Euro, um in Kooperation mit PFTC den Bau einer weiteren, neuen Zuckerrohrmühle auf Panay zu ermöglichen. Obwohl das Vorhaben anfangs auf den Philippinen auf politische und bürokratische Hindernisse stieß, ist gerade einmal 18 Monate später die neue Mühle in Betrieb und wird von der neu gegründeten Organisation Capiz Fair Trade Center betrieben. Gespannt warten wir auf die Lieferung des ersten Mascobado-Vollrohrzuckers.
Ein eindrucksvolles Beispiel das Verständnis der Weltläden von einem fairen, partnerschaftlichen Handeln und Handel weit über die Zahlung eines fairen Preises an benachteiligte Produzenten hinaus.
Wir freuen uns, dass wir im September auf Einladung von dwp eG Ravensburg zwei Vertreter unserer Handelspartner Panay Fair Trade Center / Capiz Fair Trade Center bei uns im Weltladen zu Gast haben werden. Teresa Te Gumban und Jun N. Centus werden uns ausführlich über das Projekt rund um die neue Zuckerrohrmühle berichten.
Teresa Te Gumban ist seit vielen Jahren Qualitäts- und Produktionsbeauftragte
im Panay Fair Trade Center.
Jun M. Centus hat durch den Bau der Mühle in seinem Nachbarort nun die Chance,
durch den Fairen Handel mit Zuckerrohr seine Lebensbedingungen nachhaltig zu verbessern.
Ursachen für Flucht und Migration bekämpfen!
Ursachen für Flucht und Migration bekämpfen!
Menschen suchen nicht nur vor Krieg und Terror Zuflucht bei uns – die Ursachen für Flucht und Migration sind vielfältig.
Weltläden setzen sich seit Jahrzehnten für eine andere Wirtschafts- und Handelspolitik ein. Denn viele Länder sind durch das derzeitige Wirtschaftssystem ökonomisch benachteiligt. Der Wohlstand der reichen Länder ist mit der Armut und Ausbeutung der sogenannten Entwicklungsländer erkauft. So werden zum Beispiel hoch subventionierte Agrarüberschüsse der EU exportiert und bringen vor Ort die einheimische Produktion zum Erliegen. Ein ungleicher Zugang zum Weltmarkt fördert zudem die Macht reicher Industrienationen und multinationaler Konzerne und führt oftmals zu ausbeuterischen Arbeitsverhältnissen. Zudem können arme Länder oft lediglich Ihre Rohstoffe exportieren, nicht jedoch halbfertige oder fertige Produkte, so dass wenig Wertschöpfung im Land bleibt.
Weitere Gründe, die die Lebensgrundlage vieler Menschen zerstören: Reiche Staaten und multinationale Konzerne kaufen Agrarflächen auf, die dann der einheimischen Bevölkerung nicht mehr für die Nahrungsmittelproduktion zur Verfügung stehen. Auch befördert unser Lebensstil den Klimawandel, unter dessen Auswirkungen vor allem diejenigen zu leiden haben, die selbst am wenigsten dazu beitragen. Und nicht zuletzt wird unser Wohlstandsmüll oftmals in den Ländern des Südens „entsorgt“, angefangen bei Altkleidern, über Elektroschrott bis hin zu ganzen Frachtschiffen – meist mit fatalen Folgen für die Gesundheit und Umwelt.
Der internationale Handel muss gerechter gestaltet werden, um allen Menschen ein menschenwürdiges Leben in ihrer Heimat zu ermöglichen – wie es die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte allen Menschen weltweit zuspricht. Dazu zählen die Förderung einer kleinbäuerlicher Produktion, die die Ernährungssicherheit gewährleistet, die Verbesserung der Arbeitsbedingungen z.B. in der Rohstoffgewinnung, in der Landwirtschaft und in diversen Industriebereichen, sowie die Einhaltung existenzsichernder Löhne. Unternehmen müssen dazu verpflichtet werden, die Menschenrechte entlang ihrer Lieferkette zu gewährleisten und sie müssen bei Verstößen dagegen haftbar gemacht werden.
Die kriegerischen Ursachen für einen großen Teil der derzeitigen internationalen Flüchtlingsbewegungen kann der Faire Handel leider nicht direkt beeinflussen.
Er zielt jedoch darauf ab, menschenwürdige Lebens- und Arbeitsbedingungen weltweit zu schaffen bzw. diese zu verbessern, damit Menschen in ihrer Heimat ein selbstbestimmtes Leben zu führen können. Wichtige Instrumente dabei sind z. B. die Schaffung von Absatzmöglichkeiten, die Zahlung von Preisen, die die Lebenshaltungskosten der ProduzentInnen decken, die Stärkung der ProduzentInnenorganisationen sowie die Verbesserung der Infrastruktur, z. B. in den Bereichen Bildung und Gesundheit. Mit diesem Ansatz trägt der Faire Handel zu einer positiven Entwicklung in benachteiligten Regionen bei und reduziert für viele Menschen den Druck, abzuwandern.
Der Faire Handel ist eine weltoffene Bewegung und pflegt intensive und partnerschaftliche Beziehungen auf Augenhöhe zu Handelspartner/innen weltweit. Auch wenn unser Fokus darauf liegt, Perspektiven für Menschen in ihren Heimatländern zu schaffen, sprechen wir uns klar für das Recht auf Asyl und die Aufnahme schutzbedürftiger Menschen aus und befürworten eine Willkommenskultur für Geflüchtete und Migrant/innen.

Besuch bei unserem Fairhandelsimporteur dwp in Ravensburg
Besuch bei unserem Fairhandelsimporteur dwp in Ravensburg
Natürlich kaufen wir die Produkte in unserem Laden nicht direkt bei den ProduzentInnen in den Erzeugerländern.
Aber wer importiert denn nun unsere Waren, und welche Menschen verbergen sich hinter den freundlichen Stimmen am Telefon oder dem netten Email-Verkehr? Wie arbeiten unsere Importeure?
Dies herauszufinden, machten sich am 08. Juli 2016 acht Mitarbeiterinnen unseres Ladens auf den Weg nach Ravensburg, zu unserer Importorganisation dwp eG.
Den Freitagnachmittag nutzten wir für einen ausgiebigen Besuch im Ravensburger Weltladen, gegründet 1983 und seit 1998 ebenfalls unter der Führung von dwp. Im Gegensatz zu den meisten Weltläden (wie auch dem Aschaffenburger) arbeiten dort nicht Ehrenamtliche im Verkauf, sondern insgesamt 10 Angestellte. Diese bekommen ehrenamtliche Unterstützung bei Aktivitäten außerhalb des Ladens, z.B. bei Märkten und Festen.
Die 170 qm Fairer Handel mit einem tollen Sortiment in einem wunderbaren, neuen Laden beeindruckten uns, und das eine oder andere schöne Stück fand neue Besitzerinnen.
Im Anschluss erfuhren wir bei einer Stadtführung zu Ravensburger Frauen viel Interessantes und bekamen einen ersten Eindruck von der hübschen Altstadt Ravensburgs. Stadtführerin Dorothee Büker wusste kurzweilig zu erzählen und wurde nicht müde, auch unsere zahlreichen Nachfragen zu beantworten.
Am Samstag ging es dann gleich morgens in die Hinzistobler Straße, dem Firmensitz von dwp. Bei einer Führung durch die Geschäftsräume durch Vorstand Thomas Hoyer konnten wir einen sehr guten Eindruck von der Arbeitsweise dieser Fairhandels-Importorganisation gewinnen.
Die Arbeit von dwp geht zurück auf die Gründung des Ravensburger Weltladens 1983. Von Anfang an führte der Trägerverein neben dem Betrieb des Weltladens auch Eigenimporte durch. Da dies zunehmend Ressourcen in Anspruch nahm, wurde bereits 1988 gemeinsam mit Weltläden der Region Oberschwaben der eigenständige Fairhandelsimporteur dritte-welt partner GmbH gegründet (die heutige dwp eG Fairhandelsgenossenschaft).
Nach Aussage von Thomas Hoyer stellt dwp in seiner Arbeit die Menschen in den Mittelpunkt. Das gilt selbstverständlich für die ProduzentInnen in den Ländern des Südens, die von der Kooperation mit dwp profitieren. Natürlich durch die gezahlten fairen Preise der Produkte, die deutlich über den oft viel zu geringen Weltmarktpreisen liegen. Aber vor allem auch durch Austausch und Beratung, langfristige (oft bereits jahrzehntelange) freundschaftliche Beziehungen, Vorfinanzierung der Ernten, etc.
In beeindruckender Weise gilt dies aber auch für das soziale Engagement direkt vor Ort in Ravensburg. Etwa 50 Menschen arbeiten dort in der dwp direkt angeschlossenen Werkstattder Bruderhaus Diakonie für Menschen mit psychischen Erkrankungen. Das Arbeitsfeld umfasst dabei Tätigkeiten vom Abfüllen von Lebensmitteln über qualifizierte Bürotätigkeiten bis hin zu Verpackung und Versand. Dabei wird in besonderer Weise Rücksicht auf die Bedürfnisse und Fähigkeiten der Angestellten genommen – dwp stellt hierfür eine Vollzeitstelle aus den eigenen Reihen bereit.
Im Anschluss an die Betriebsführung konnten wir noch den neuen Kurzfilm von dwp zu Mangos und dem Projekt preda anschauen, Thomas Hoyer erzählte anschließen von seinen jüngsten Besuchen auf den Philippinen.
Nach einem kleinen Abstecher zum Inventur-Lagerverkauf und gestärkt mit Fairem Kaffee, bio-regionaler Limonade und Bio-Bratwurst machten wir uns auf den Heimweg nach Aschaffenburg.
Alle TeilnehmerInnen zeigten sich beeindruckt von der Arbeit und dem Ethos von dwp und fühlen sich bestärkt in Ihrer eigenen Weltladen-Arbeit. Mit dem erlangten Hintergrundwissen zum sozialen Engagement von dwp – sowohl in den Ländern des Südens als auch in Deutschland – werden wir unseren KundInnen die Produkte dieses Fairhandelsimporteurs sich mit noch mehr Freude empfehlen. Außerdem bekunden alle übereinstimmend den Wunsch, das hübsche Städtchen Ravensburg nochmals mit mehr Zeit zu besuchen.
Weitere Bilder: Weltladenausflug nach Ravensburg
Neue Aschaffenburger Stadtschokolade vorgestellt – 35 Jahre Weltladen für faires Handeln e.V.
Neue Aschaffenburger Stadtschokolade vorgestellt – 35 Jahre Weltladen für faires Handeln e.V.

Anläßlich seines 35-jährigen Bestehens hat der Weltladen für faires Handeln e.V. eine Jubiläums-Ausgabe der Stadtschokolade aufgelegt unter dem Motto „Aschaffenburg geniessen“.
Wir freuen uns sehr, dass der bekannte Aschaffenburger Künstler Gunter Ullrich uns hierfür eines seiner Werke zur Verfügung gestellt hat!
Unter der Banderole stecken selbstverständlich wieder fair gehandelte Bio-Zutaten. Kakao aus Panama und aus Kolumbien wurde im Hause Zotter zu zwei köstlichen Sorten verarbeitet, die sich gemeinsam in einer Verpackung wiederfinden. Sie versprechen Genuss ohne bitteren Beigeschmack, denn die ProduzentInnen der Zutaten profitieren vom Fairen Handel: keine ausbeuterische Kinderarbeit, faire Entlohnung und Einhaltung von Arbeitsrechten. In ganz besonderer Weise gilt dies für die über 230 Kolumbianischen Kleinbauernfamilien, die im Rahmen von „Kakao statt Kokain“ eine neue Lebensgrundlage gefunden haben. „Es ist immer einfach zu sagen, wir wollen keinen Drogenhandel, wir wollen keine Kinderarbeit, wir wollen keine Armut. Der einfachste und sicherste Weg ist, den Bauern Preise zu zahlen, von denen sie auch leben können.“, so Josef Zotter.
Zahlreiche Gäste waren zur Vorstellung der neuen Schokolade am Mittwoch, 09. November 2016 in den Weltladen gekommen. Neben den Ehrengästen, dem Küntler-Ehepaar Ullrich/Jacobi waren auch VertreterInnen des Nord Süd Forums Aschaffenburg e.V., des Umweltamtes der Stadt Aschaffenburg, des Stadtmarketings sowie die Künstlerin der vorherigen Edition, Fr. Gudrun Freudenberger, anwesend.
Vorstandsmitglied Anna Pfarr würdigte in ihrer Ansprache das künstlerische Schaffen von Hr. Gunter Ullrich und Fr. Ullrich-Jakobi. Sie dankte Hr. Ullrich für die großzügige Überlassung eines seiner Werke für die Banderole der neuen Stadtschokolade und die damit einher gehende Unterstützung des Fairen Handels.
Koordinatorin Andrea Neukamm spannte in ihrer Ansprache zum 35-jährigen Jubiläums des Weltladens einen weiten Bogen, angefangen bei der Aufbruchsstimmung im damaligen winzigen Laden in der Merkelstraße über den Umzug in die Treibgasse hin zum etablierten Fachgeschäft für den Fairen Handel, das der Weltladen heute ist. Sie dankte allen Aktiven, ohne deren Engagement es den Weltladen in seiner heutigen Form nicht geben würde. Immerhin über 2400 Stunden ehrenamtlicher Arbeit kommen pro Jahr zusammen, beim Ein- und Verkauf im Laden, aber auch bei Info- und Messeständen z.B. auf dem Ökomarkt oder bei Veranstaltungen im Martinushaus.
Info-Referentin Berit Schurse stellte die beiden Schokoladensorten vor, die sich in der Banderole befinden. Dabei wies sie darauf hin, dass sich mit der Edelbitter-Schokolade aus kolumbianischem Kakao nun zwei wunderbare Produkte im „Ascheberger Geschenksche“ finden. Der Weltladen möchte hiermit auch seine Verbundenheit mit der Städtesolidarität mit Villavicencio in Kolumbien zum Ausdruck bringen.
Zwei ganz besondere Sorten Schokolade wurden für die Doppel-Tafel Aschaffenburger Stadtschokolade gewählt:
Edelbitter-Schokolade mit 75 % Kakao-Anteil aus Kolumbien
Zutaten: Kakaomasse Kolumbien°, Rohrohrzucker°, Kakaobutter°, Speisesalz
Kakao: 75% mindestens
Nach Fairtrade-Standards gehandelt: Kakaomasse°, Rohrohrzucker°, Kakaobutter°
Gesamtanteil: 100%.
°aus kontrolliert biologischer Landwirtschaft
Eine dunkle Schokolade mit kolumbianischem Kakao aus dem Projekt „Kakao statt Kokain“. Das Projekt ermöglicht es 234 Kleinbauern-Familien, sich aus der Abhängigkeit der Drogenmafia, der Illegalität und der Armut zu befreien. Sie pflanzen jetzt fair gehandelten Bio-Kakao statt Koka an und verdienen dadurch das Dreifache.
„Kakao statt Kokain“ ist ein von der ADA (Austrian Development Agency) gefördertes Entwicklungshilfeprojekt, in das die Fa. Zotter als Wirtschaftspartner eingebunden ist. Zotter trägt zum einen die Hälfte der Projektkosten und zum anderen bringt die Wirtschaftspartnerschaft den Vorteil, dass der produzierte Kakao auch einen Abnehmer findet. Durch feste Abnahmeverträge und vor allem auch durch die Vorfinanzierung der Ernte haben die Bauern überhaupt eine Chance, um aus dem illegalen Drogengeschäft auszusteigen. Da die Koka-Bauern am Existenzminimum leben, sind sie leichte Beute für die Drogenkartelle. „Die Drogenkartelle finanzieren die Ernte vor“, erklärt Josef Zotter. „Deshalb kann auch kein Bauer von heute auf morgen aus dem Drogenanbau aussteigen. Erst muss er seine Rechnungen begleichen, sonst hat er gleich eine Pistole am Kopf. Deshalb ist die Vorfinanzierung der Ernte in Kolumbien extrem wichtig gewesen.“
Vollmilch-Schokolade mit 35 % Kakao aus Panama
Zutaten: Rohrohrzucker°, Kakaobutter°, Vollmilchpulver°, Süßmolkenpulver°, Kakaomasse°, Vollrohrzucker°, Emulgator: Sojalecithin°, Vanilleschotenpulver°, Zimt°, Steinsalz Ursprungsschokolade mit Kakaobohnen aus Panama.
Kakao (Kakaomasse und Kakaobutter): 35% mindestens
Nach Fairtrade-Standards gehandelt: Rohrohrzucker°, Kakaobutter°, Kakaomasse°, Vollrohrzucker°
Gesamtanteil: 77%.
°aus kontrolliert biologischer Landwirtschaft
Mit reinem Cocabo-Kakao, der von indigenen Kakaobauern abseits aller Hektik unserer Zeit im Schutze des panamaischen Regenwaldes traditionell kultiviert wird.
Kakao gedeiht ganz prächtig in Mischkulturen, solange man ihn nicht auf Plantagen in Monokulturen zwingt. Daher ist Kakao eine traditionelle und zugleich umweltfreundliche Pflanze, die es der indigenen Bevölkerung ermöglicht, im Einklang mit der Natur zu leben und trotzdem Geld zu verdienen. In der Kooperative Cocabo arbeiten Mitglieder vom Stamm der Ngöbe und Buglé. Ihr Ziel ist, die Natur zu schützen und weiterhin traditionell leben zu können. Cocabo wurde 1952 von 19 Bauern gegründet, heute zählt die Kooperative 3.000 Familien zu ihren Mitgliedern. Sie leben weit verstreut rund um Bocas del Toro, eine Provinz im Nordwesten Panamas, die eines der größten Kakaoanbaugebiete des Landes ist.
Genießen Sie eine Schokolade, die weit über Ihr Wohnzimmer hinausreicht, für Respekt und Umweltschutz steht und den Indianern in Panama erlaubt, ihre Tradition zu wahren und im Geiste ihrer Vorfahren zu leben!
Die Milch für diese Schokolade stammt von den Tiroler Bergbauern „Bio vom Berg“.

v. links nach rechts: Anna Prarr, Fr. Ullrich-Jacobi, Hr. Ullrich, Andrea Neukamm
Erfolgreiche Petition: Fairer Kaffee bei der Deutschen Bahn!
Erfolgreiche Petition: Fairer Kaffee bei der Deutschen Bahn!

Am 22. März 2016 startete die Berlinerin Melanie Weigel eine Petition auf Change.org, in der sie die Deutsche Bahn aufforderte: „Bieten Sie fairen Kaffee in der Deutschen Bahn an!“. Innerhalb kürzester Zeit zeichneten tausende Menschen diese Petition, am Ende waren es über 70.000, die ebenso wie sie der Meinung waren, die Deutsche Bahn solle „als Vorbild fungieren und einen Beitrag für eine faire Welt leisten.“ Auch viele Weltläden und Fairhandels-Importeure beteiligten sich an der Aktion.
Der Zeitpunkt war günstig, denn die Deutsche Bahn befand sich gerade in einem Umstellungsprozess. Und so brachte die Petition vielleicht genau der richtigen Argumente – jedenfalls kann man seit dem 01. April nun fair gehandelten Kaffee in den Bordrestaurants der Deutschen Bahn genießen. Außerdem auch fair gehandelten Tee und Trinkschokolade. (Wer seinen eigenen Becher mitbring, erhält übrigens 20 Cent Nachlaß!)
Die Deutsche Bahn sieht die Umstellung als Teil ihres Qualitätsprogramms, das „die Angebote und Services der Bahn für die Kunden […] sympathischer machen soll“. Den ProduzentInnen in den Länder des Südens wird letzendlich egal sein, was den Ausschlag gab. Für sie zählt, dass sie nun den Kaffee für zusätzlich gut 10 Millionen Tassen zu fairen Bedingungen produzieren und verkaufen können.
Link zur Petition: Bieten Sie fairen Kaffee in der Deutschen Bahn an!
Aschaffenburg für zwei weitere Jahre Fairtrade Stadt!
Aschaffenburg für zwei weitere Jahre Fairtrade Stadt!







